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Magazin Schuppener Kommunikation
 

14.06.2010

Krisenkommunikation braucht Mut

Besonders in der Krise gilt: Wer schweigt, verliert. Es ist ein Irrglaube, nichts zu sagen bewahre die Reputation vor Schaden. Führungskommunikation kennt keine Auszeit.

Bahnt sich eine Unternehmenskrise an, entwickelt sich nichts so schnell wie der organisationseigene Mechanismus der Abschottung. Das Gebot der Stunde ist dann das Verbot jeglicher Erklärung. Nur eine Formel hat in der Baisse traditionell Konjunktur: "Kein Kommentar!" Doch die Kommunikation kennt keinen Time-out. Sich selbst die Stellungnahme zu versagen, bereitet anderen den Nährboden für Spekulationen und Gerüchte. Darüber nimmt das Image meist weitaus größeren Schaden.

Die Furcht vor dem Wertverlust

Im Krisenfall sind es zunächst die Shareholder-Interessen, die geschützt werden müssen. Bevor womöglich der Kurs einbricht, darf erst nach Börsenschluss informiert werden. Bevor eine Aussage später eine millionenschwere Klage nach sich zieht, ist es ratsam, nur im gesetzlich vorgeschriebenen Minimalmaß Auskunft zu geben. Unternehmenssprecher, deren Existenzberechtigung kurz zuvor noch in der verständigungsorientierten Beziehungspflege zu Meinungsmultiplikatoren verortet war, wandeln sich zu Überbringern verzögerter, dafür aber wasserdicht formulierter Statements aus der Rechtsabteilung.

Der Irrglaube dahinter

Diese durchaus gängigen Verschweigungstaktiken fußen in der Überzeugung, man habe alle Konsequenzen der Unternehmenskommunikation im Griff: den richtigen Zeitpunkt, um Aktionäre vor übereilten Entscheidungen zu bewahren, die richtige Verklausulierung, um sich vor Gericht unantastbar zu halten. Nicht nur ignorieren Unternehmen mit dieser Vorgehensweise sämtliche Stakeholder-Interessen. Diese Überzeugung verleugnet auch schlichtweg die Erkenntnis von Paul Watzlawick, die seit Jahrzehnten fester Bestandteil nahezu jedes Managementtrainings ist: "Man kann nicht nicht kommunizieren."

Krisenkommunikation braucht Mut

Auf diese Konsequenzen des Schweigens gilt es sich zu besinnen. In den seltensten Fällen brechen Unternehmenskrisen als unvorhersehbare Schicksalsschläge über die Betroffenen herein. Sie haben immer eine Vorgeschichte. Wer sich beizeiten über die kommunikativen Folgen seines Verhaltens bewusst ist - und diese Forderung wird heute an die Führungskräfte gestellt - kann sich auf die Erwartungen seiner verschiedenen Zielgruppen vorbereiten und Sorge für ein intern wie extern begleitendes Konzept seiner Führungskommunikation tragen.

Julia Kreuteler

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