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Aktuelle Beiträge

  • 14.05.2012 | „Bitte nehmen Sie es nicht persönlich!“

    „Wir müssen Ihnen leider eine Absage erteilen - bitte nehmen Sie es nicht persönlich“, „Wir haben uns für einen Mitbewerber entschieden - bitte nehmen Sie es nicht persönlich - dieser verfügt einfach über mehr Erfahrung“ - typische Sätze wie diese aus Bewerbungssituationen kennen wir alle aus ganz unterschiedlichen Kontexten, seien es nun berufliche oder private. Dass unser Gesprächspartner Ablehnung jeglicher Form persönlich nehmen könnte, scheint uns ein Graus. Warum eigentlich?

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  • 04.05.2012 | „Du bist schuld!“

    „Meine Kollegin ist so langsam, also verzögert sich die Abgabe der Präsentation“, „mein Chef hat immer schlechte Laune, deswegen bin ich so unmotiviert“, „meine Teamkollegen sind immer so unfreundlich - die treiben mich regelrecht in die Arme von Headhuntern“. Schon klar! Schuld haben grundsätzlich die anderen!

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  • 23.04.2012 | Über die inflationäre Verwendung der Worte „Burnout“ und „Mobbing“

    Jetzt also wieder „Mobbing“ - das war mein erster Gedanke beim Anblick des Titels der Zeitschrift Der Spiegel vom 16. April 2012. Und im Grunde war es ja auch nur eine Frage der Zeit, bis dieses Thema es wieder auf eine Titelseite schafft. Verwundert war ich nicht, eher bestätigt, hatte ich es doch erwartet.

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25.11.2010

Frauen in Führung

Unionspolitik und Gewerkschaften wollen sie, die Wirtschaft lehnt sie ab: Die Debatte um die Frauenquote hat nach dreißig Jahren diesen Herbst einen neuen Höhepunkt erreicht. Wir fragen uns: Steckt dahinter ein echtes Anliegen?

Es schreibt für Sie: Julia Kreuteler

Ihre Blütezeit hatte die Parole "Frauenquote" in den 80ern. Aber wie Pril-Blümchen oder Schulterpolster - eben alles, was man erleichtert überstanden zu haben meinte - kam nun auch sie noch einmal im Retrolook zu uns zurück. Haben sich die Bedingungen des Arbeitsmarkts für Frauen tatsächlich so wenig verbessert, dass es wieder Zeit für eine Kampfansage wird?

Der rechtliche Aspekt

Zahllose Arbeitnehmerinnen beklagen, von ihren männlichen Kollegen nicht akzeptiert zu werden und sich im patriarchalischen System der "Old Boys" nicht durchsetzen zu können. Sie möchten gern mehr arbeiten, kommen aber nicht über ihre Teilzeitverträge hinaus, weil es nur ein Recht auf Teilzeit-, nicht aber auf Vollzeitbeschäftigung gibt. Sie möchten gern mehr verdienen, werden aber bei gleicher Leistung schlechter bezahlt als Männer und sehen sich bei der Besetzung von Führungspositionen im Nachteil. Allerdings werden nur besondere Einzelfälle vor Gericht tatsächlich als Diskriminierung der Frau gewertet. Vor diesem Hintergrund ist die Forderung nach einer staatlichen Regelung zu Recht umstritten.

Der kulturelle Aspekt

Die Multi-Kulti-Diskussion der vergangenen Monate hat ein besonderes Augenmerk auf die Rolle der Frau in der hiesigen Gesellschaft gerichtet. Und setzen wir voraus, dass der Stellenwert der Frau maßgeblich prägend für den Entwicklungsstand einer Gesellschaft ist, sind wir Deutschen im Vergleich zu anderen Nationen nicht gerade modern. Denn nirgendwo sonst ist das Selbstverständnis größer, dass Mütter zu Hause bleiben und (Schwieger-)Töchtern die Pflege von Angehörigen anheim fällt. Entsprechend gering ist der gesellschaftliche Druck auf die Einrichtung von Betreuungsstellen, die Frauen den Freiraum gäben, wieder mehr Zeit in ihren Job zu investieren.

Der wirtschaftliche Aspekt

Viele Unternehmen haben ihre Arbeitszeiten bereits flexibilisiert, unterstützen mobile und Heim-Arbeitsplätze und holen die Arbeitswelt so Schritt für Schritt aus der "Entgrenzung" zurück. Männer in Führungspositionen haben aus der jahrelangen Überlastung ihrer Ressourcen und der Entfremdung von Familie und Freunden gelernt; sie denken um und sind immer seltener zur totalen Hingabe an den Beruf bereit. Frauen in Führungspositionen begreifen, dass zur Karriere mehr nötig ist als Fleiß und Präsenz; sie entwickeln Strategien für sich, stecken sich klare Ziele, beziehen Stellung und lassen sich nicht länger unentschlossen in ihrem mehrdimensionalen Lebensentwurf hin und her schleudern. Auch die großen Beratungsgesellschaften haben umgesattelt und attestieren in ihren Studien gut gemischten Führungsteams einen größeren wirtschaftlichen Erfolg als denen mit einem "einsamen Wolf" an der Spitze. Hier findet also Wandel auch ohne Verordnung statt.

Der staatliche Aspekt

Geht es nach dem Willen der EU-Justizkommissarin Reding, sollen bis 2015 30 Prozent, bis 2020 40 Prozent aller Aufsichtsratsmandate per Quote mit Frauen besetzt sein. Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger setzt derweil noch auf die freiwillige Selbstverpflichtung: Im Mai dieses Jahres wurde der deutsche Corporate Governance Kodex um zwei Zusätze ergänzt, die Vorstände und Aufsichtsräte dazu auffordern, sie sollen "bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen auf Vielfalt (Diversity) achten und dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen anstreben."

Auch wenn der für den Corporate Governance Kodex zuständigen, zwölfköpfigen Regierungskommission lediglich eine Frau angehört, entspricht diese Empfehlung doch einer aktiven und vor allem mündigen Frauenförderung. Denn sie setzt nicht auf blinden Gehorsam gegenüber einer Vorschrift, sondern appelliert an die Authentizität und die Courage aller Beteiligten.

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