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Aktuelle Beiträge

  • 14.05.2012 | „Bitte nehmen Sie es nicht persönlich!“

    „Wir müssen Ihnen leider eine Absage erteilen - bitte nehmen Sie es nicht persönlich“, „Wir haben uns für einen Mitbewerber entschieden - bitte nehmen Sie es nicht persönlich - dieser verfügt einfach über mehr Erfahrung“ - typische Sätze wie diese aus Bewerbungssituationen kennen wir alle aus ganz unterschiedlichen Kontexten, seien es nun berufliche oder private. Dass unser Gesprächspartner Ablehnung jeglicher Form persönlich nehmen könnte, scheint uns ein Graus. Warum eigentlich?

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  • 04.05.2012 | „Du bist schuld!“

    „Meine Kollegin ist so langsam, also verzögert sich die Abgabe der Präsentation“, „mein Chef hat immer schlechte Laune, deswegen bin ich so unmotiviert“, „meine Teamkollegen sind immer so unfreundlich - die treiben mich regelrecht in die Arme von Headhuntern“. Schon klar! Schuld haben grundsätzlich die anderen!

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  • 23.04.2012 | Über die inflationäre Verwendung der Worte „Burnout“ und „Mobbing“

    Jetzt also wieder „Mobbing“ - das war mein erster Gedanke beim Anblick des Titels der Zeitschrift Der Spiegel vom 16. April 2012. Und im Grunde war es ja auch nur eine Frage der Zeit, bis dieses Thema es wieder auf eine Titelseite schafft. Verwundert war ich nicht, eher bestätigt, hatte ich es doch erwartet.

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20.06.2011

Burnout als Prozess verstehen

Burnout als Krankheit einzustufen, mag vom medizinischen Standpunkt aus gesehen richtig sein. Betroffenen schadet diese Bezeichnung jedoch mehr als sie nutzt.

Es schreibt für Sie: Julia Kreuteler

So viele Menschen erreichen mittlerweile in so vielen Lebenssituationen das Ende ihrer Kräfte, dass Burnout in den Medien zur "Volkskrankheit" avanciert ist. Hinter dieser Bezeichnung steckt sicherlich die gute Absicht, den stressbedingten Zusammenbruch aus der Ecke der Hysterie zu ziehen, der nur besonders sensible Gemüter anheimfallen, und ihm zu einer gewissen Normalität zu verhelfen. Denn das innerliche Ausbrennen kann jeden treffen, der unter ständiger Überforderung steht: Führungskräfte genauso wie Selbständige oder Familienmanagerinnen.

Weit verbreitet, aber schwer zu fassen

Bislang gibt es keine präzise Diagnostik für Burnout, weshalb die aktuelle Zahl der Fälle nur geschätzt werden kann. Das Gesundheitswesen spricht von zehn bis 15 Millionen Betroffenen in Deutschland, die die psychische Überbeanspruchung in Folge von Überbelastung nicht mehr allein bewältigen können. Von Burn-out bedrohte oder erfasste Menschen fühlen sich häufig niedergeschlagen, hilflos und allein gelassen. Dieser Zustand kann nicht nur der Psyche, sondern auch dem Körper gravierende Schäden zufügen.

Die unheilvolle Macht des Worts "Krankheit"

Die Bezeichnung "Krankheit" verdeutlicht den Ernst der Situation. Gleichzeitig erklärt sie den Menschen so aber zum Patienten und liefert ihn der Fähigkeit von Ärzten sowie der Wirksamkeit von Medikamenten aus. Dem Selbstbewusstsein, es noch in der Hand zu haben, wird in diesem Moment ebenso wie den Selbstheilungskräften die Berechtigung abgesprochen. Und genau das sei fatal, sagen Experten wie der Heidelberger Arzt und Klinikleiter Gunther Schmidt, die Burnout vom psychologischen Standpunkt aus betrachten. "Üblicherweise erleben Menschen, die einen Burn-out erlitten haben, dies als Unfähigkeit, als Defizit. Sie fühlen sich als Opfer der Umstände und spüren keinen Zugang mehr zu ihren Selbstwirksamkeitskompetenzen", erklärte Schmidt während der Petersberger Trainertage 2011.

Symptome als Hinweise begreifen und nutzen

Wird das innere Ausbrennen hingegen als "sehr intensiver Feedbackprozess" (Schmidt) verstanden, so liegt darin immenses Potenzial, der Überbeanspruchung entgegenzuwirken. Burnout ist kein isoliertes Problem, das einen Menschen quasi über Nacht befällt. Es handelt sich vielmehr um eine lange, sich zuweilen über Monate oder gar Jahre aufbauende Reihe von Warnschüssen, mit denen Geist und Körper Hinweise geben zu reagieren, etwas zu ändern und damit den Ausstieg aus der Abwärtsspirale zu schaffen, bevor es zum Zusammenbruch kommt. Diese Hinweise lassen sich zur Beförderung eigener Kompetenzen nutzen, um Überbelastung managen und Überbeanspruchung möglichst vermeiden zu können. Dazu zählen beispielsweise die Fähigkeit zur Reflexion, die Entwicklung eines Werte-Kanons oder auch die Bereitschaft, sich helfen zu lassen. Die stärkste Heilkraft gegen Burnout ist und bleibt die eigene Lösungskompetenz.

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